logo frauenAm Wochenende startet die Frauenbundesliga in ihre Saison 2021/22. Für Deutschlands Fraueneishockey ist es eine sehr wichtige, steht doch im November die Olympiaqualifikation an. Und dies hat natürlich auch Auswirkungen auf den Bundesligaspielbetrieb. Hier ist eine kleine Einschätzung zu den Teams und ein wenig mehr.

Einer der Top-Favoriten ist Titelverteidiger ESC Planegg-Würmtal. Viel hat sich im Kader der Penguins nicht getan. Die Importstellen wurden neu besetzt und mit Rebecca Orendorz wechselte eine Nationalspielerin nach Planegg. Mehrere Förderlizenzen wurde auch wieder vergeben und so steht ein großer Kader zur Verfügung. Dieser ist weitestgehend eingespielt, was die Sache für Coach Marcel Breil etwas erleichtert. Der Titel dürfte in dieser Saison nur über die Penguins gehen. Im EWHL Super Cup holte Planegg aus zwei Spielen drei Punkte und hat noch Chancen das Finalturnier zu erreichen.

Im letzten Jahr konnten die Eisbären Juniors Berlin überraschen. Nach dem Heimspielverbot wegen Corona hat das Team viel Charakter gezeigt und sich den Vizemeistertitel geholt. In Berlin gab es einige Änderungen im Kader. Die Importstellen werden ja bei einigen getauscht, so auch hier. Schmerzhaft dürfte der Abgang von Nationalspielerin Laura Kluge sein, die nach Bayern „delegiert“ wurde, um weiter im Rennen um einen Platz im Olympiakader zu bleiben. Franziska Brendel wechselte aus beruflichen Gründen nach Ingolstadt. Außerdem meldet die Gerüchteküche noch zwei weitere Abgänge innerhalb der Liga. Neu geholt wurden wieder einige junge Spielerinnen und einige Talente. So steht wieder ein sehr junges Team zur Verfügung, für das es zunächst darum gehen wird, wieder einen Platz unter den Top 4 zu erreichen. Das ist durchaus möglich, zumal nun, zumindest im Moment, wieder Heimspiele ausgetragen werden dürfen. Erreichen die Juniors einen der vier Playoff-Plätze, ist ihnen wieder alles zuzutrauen. Die Vorbereitung lief recht gut, bei einem gut besetzten Turnier in Zürich gab es in vier Spielen zwei Siege und zwei Niederlagen.

Mit fast unverändertem Kader geht der ERC Ingolstadt in die Saison. Ziel ist natürlich wieder der Meistertitel und vom Kader her sollte das, wie schon in den Jahren zuvor, durchaus machbar sein. Verzichten muss der ERCI dabei auf Rekordnationalspielerin Andrea Lanzl, die innerhalb der Liga zum ECDC Memmingen wechselte und Solveig Neunzert. Neu dabei ist nur Franziska Brendel. Bedeutet, dass die Erfahrung und die Scorerpunkte einer Lanzl auf die gesamte Mannschaft verteilt werden müssen. Einen Platz unter den ersten Vier sollte Ingolstadt erreichen, danach aber stellt sich wieder die Frage, ob der ERCI Playoffs kann. In der Vergangenheit war das nicht der Fall, weder im Pokal noch in der Meisterschaft gelang der große Wurf. Die erste Chance auf einen Titel ist schon futsch, im EWHL Super Cup scheiterte das Team beim Heimturnier an KMH Budapest und dem HC SKP Bratislava.

Arg gebeutelt geht der ECDC Memmingen Indians in die neue Saison. Zunächst gab Erfolgstrainer Werner Tenschert seinen Abschied bekannt, Nachfolger ist Georg Taferner. Es gab zwar kaum Abgänge und mit Laura Kluge und Andrea Lanzl zwei Top-Neuzugänge, dafür gibt es jetzt jede Menge Verletzte. Schon vor der Sommer-WM gab es Ausfälle, nach dieser terminlich fragwürdigen Veranstaltung kam eine Handvoll dazu. Einige Spielerinnen fällen länger aus und so wird es für die Indians vor allem erstmal darum gehen unter den ersten vier Teams zu landen. Danach ist bekanntlich alles möglich. Zwei Spiele im EWHL Super Cup wurden absolviert Nach einer Niederlage gegen Neuchatel konnte in Salzburg mit einem Miniaufgebot ein Punkt geholt werden.

Die Mad Dogs Mannheim wollen endlich einen der begehrten ersten vier Platze belegen. Auch hier gab es einen Wechsel bei den Importspielerinnen. Außerdem laufen die Welcke-Zwillinge Lilli und Luisa wieder für die Mad Dogs auf, was durchaus eine Verstärkung sein kann. Dass allerdings nur, wenn die beiden in den USA gelernt haben, dass Eishockey ein Mannschaftssport ist. Die Vorbereitung lief recht gut und so wird man in Mannheim sicherlich motiviert in die Saison gehen. Auch den Mad Dogs ist ein Playoff-Platz durchaus zuzutrauen. Die Vorbereitung lief sehr gut. Es wurden zahlreiche Testspiele bestritten, darunter auch das Turnier in Zürich, an dem auch die Eisbären teilnahmen. Hier gab es drei Siege, ein Unentschieden und es wurde kein Gegentreffer kassiert.

Wieder vor einer schweren Saison dürfte der EC Bergkamener Bären stehen. Das Team befindet sich mitten im Umbruch und muss dann auch noch die Abgänge jüngerer Spielerinnen verkraften. Spielerinnen wie Lea Badura, Pauline Gruchot und Rebecca Orendorz zu ersetzen, wird sehr schwer werden. So wird es für die Bären wieder darum gehen sich gut zu verkaufen. Das gelang im letzten Jahr durchaus, auch wenn am Ende der 6. Platz belegt wurde.

Letztes Jahr war der Kölner EC „Die Haie“ krasser Außenseiter, lebte in dieser Rolle aber sehr gut und konnte in der zweiten Saisonhälfte einige Punkte holen. Für die neue Saison wurden zwei Importspielerinnen verpflichtet, einige weitere Neuzugänge mit Bundesligaerfahrung soll es laut Gerüchteküche noch geben. Der Kader dürfte gut aufgestellt sein, für einen Platz unter den ersten vier dürfte es aber noch nicht reichen.

Die Fans dürfen sich auf eine spannende Saison freuen und es gibt noch mehr gute Nachrichten. Laut einer Pressemitteilung des DEB  wird es zu allen Bundesligaspielen einen Livestream geben. Die Anbieter werden hier unterschiedlich sein, alle Links sollen auf der Livestatistikseite Gamepitch unter Spielplan eingebaut werden. Hier gibt es allerdings von den Vereinen andere Aussagen. Jedenfalls dürfte bekannt sein, wie schwer es ist die notwendige Technik und vor allem das notwendige Personal aufzutreiben. Eine Livestatistik wird es dort natürlich auch wieder geben. Unterbrochen wird die Saison im November wegen des Olympiaqualifikationsturniers in Füssen und im Januar/Februar wegen Olympia. Diese Pause dürfte den Fans aber bei der Aussicht auf die Saison kaum stören.

Die ersten Spiele an diesem Wochenende habe es gleich in sich. In Berlin treffen Vizemeister Eisbären Juniors Berlin und Meister ESC Planegg-Würmtal aufeinander, jeweils ein Heimspiel gegeneinander bestreiten die beiden Teilnehmer des kleinen Finals vom Finalturnier ECDC Memmingen Indians und ERC Ingolstadt. Die Mad Dogs Mannheim und der Kölner EC „Die Haie“ teilen sich ebenfalls das Heimrecht. Es ist für alle Teams also gleich eine Standortbestimmung.