wm u20Die Voraussetzungen für das letzte Gruppenspiel der U20-Nationalmannschaft bei der Eishockey-WM in Kanada waren sehr gut: Mit zwei Siegen in Folge und dem Ticket für das Viertelfinale im Gepäck ging es am Montagabend (Ortszeit) gegen die schwedische Auswahl.

U20-Bundestrainer Tobias Abstreiter vertraute heute Nikita Quapp im Tor. Der Goalie von den Eisbären Berlin hatte bereits am vergangenen Dienstag gegen die USA das deutsche Tor gehütet. Und von Beginn an gab es für den 19-Jährigen einiges zu tun. Die Schweden wollten ihrer Favoritenrolle – sie haben vor diesem Spiel 21 Siege in Folge gegen Deutschland gefeiert – gerecht werden und sammelten vom Start weg Torschüsse. Der erste Treffer gelang jedoch dem deutschen Team durch Stürmer Bennet Roßmy, der mit einem Rückhandschuss die Scheibe unter Schwedens Goalie Calle Clang durchschob. Mit dem ersten Schuss aufs Tor führte die U20-Auswahl mit 1:0 (5. Spielminute).

Doch die Führung hielt nicht lange an: Oskar Olausson nutzte das erste Powerplay des Abends zum 1:1-Ausgleich (6.). Mit einem Doppelpack in der 13. und 14. Minute durch Daniel Ljungman und Oskar Magnusson drehten die Skandinavier das Spiel und gingen mit einer 3:1-Führung in die erste Pause.

Das zweite Drittel blieb torlos. Im zweiten Spielabschnitt präsentierte sich die deutsche U20-Nationalmannschaft immer besser und erspielte sich zusehends weitere Möglichkeiten. Die größte Chance auf den Anschlusstreffer hatte Maciej Rutkowski auf dem Schläger (32.). Doch Calle Clang parierte den Versuch und war auch beim direkten Rebound von Rossmy zur Stelle.

Zum Schlussabschnitt wechselte Tobias Abstreiter den Torhüter: Niklas Lunemann spielte nun für Nikita Quapp und kam so zu seinem ersten Einsatz bei dieser WM. Die deutschen Jungs knüpften an ihr Spiel aus dem zweiten Drittel an und erspielten sich wiederum weitere Chancen. Eine Strafzeit gegen Luca Münzenberger nutzten die Schweden in der 46. Minute zum 4:1. Wieder war es Daniel Ljungman, der ein Zuspiel von Theodor Niederbach für seinen zweiten Treffer in diesem Spiel nutzte.

Die DEB-Jungs kamen anschließend noch mal zu zwei Powerplays, konnten diese aber nicht nutzen. Erst acht Sekunden vor der Schlusssirene fiel ein abgefälschter Schuss von Luca Münzenberger hinter dem schwedischen Goalie ins Tor. Somit endete die letzte Partie der Gruppenphase gegen starke Schweden mit 2:4. Mit zwei Niederlagen und zwei Siegen schließt die deutsche U20-Auswahl die Vorrunde auf dem dritten Platz der Gruppe B ab.

Im Viertelfinale wartet am Mittwoch (Ortszeit) Finnland als nunmehr zweitplatzierte der Gruppe A auf das Team von U20-Bundestrainer Tobias Abstreiter. Das Spiel beginnt in Edmonton bereits am Vormittag, so dass deutsche Fans das Spiel am Mittwoch um 18 Uhr (deutsche Zeit) live auf Magenta Sport sehen können.

Stimmen zum Spiel:

DEB-Sportdirektor Christian Künast: „Wir haben heute phasenweise zu viele Nachlässigkeiten gehabt, ein Gegner wie Schweden bestraft das. Dennoch hatten wir bereits vor dem letzten Gruppenspiel gegen Schweden das Viertelfinale erreicht, was für uns ein sehr gutes Ergebnis ist. Jetzt gilt es, den ganzen Fokus auf das Viertelfinale gegen Finnland zu legen, da in einem KO-Spiel immer alles möglich ist.“

Stürmer Josef Eham: „Ich denke im Großen und Ganzen war es eine gute Partie von uns. Wir hatten eigentlich einen guten Start durch das Tor von Bennet Roßmy. Wir haben gesehen, dass wir auf dem Niveau definitiv mithalten können. Jetzt sind natürlich die Special Teams wichtig und das wir im Powerplay noch ein wenig gefährlicher werden. Auch im Penalty Killing müssen wir die Chancen der anderen verhindern. Ansonsten müssen wir einfach auf diesem Niveau so weiterspielen. Das brauchen wir für das bevorstehende Viertelfinale.“

Torhüter Niklas Lunemann: „Im ersten Drittel waren die Schweden ein wenig besser, im Mittelabschnitt hatten wir teilweise die Überhand und konnten uns auch in den letzten 20 Minuten gute Chancen erarbeiten. Mit ein bisschen mehr Glück wäre sicherlich auch noch einer reingegangen. Für mich persönlich war es trotz der Niederlage natürlich ein schönes Gefühl bei der U20-WM eingewechselt zu werden, dafür danke ich Tobias Abstreiter. Dass er mir dies beim Stand vom 1:3 aus unserer Sicht ermöglicht und das Vertrauen entgegengebracht hat, ist nicht selbstverständlich.“

Pressemitteilung Deutscher Eishockey-Bund