Logo noppeDrei Berliner Vereine waren in der Regionalliga Ost am Start. Alle drei starteten unter unterschiedlichen Voraussetzungen in die Saison. Und die Regionalliga lieferte neben einer durchaus guten Saison auch den Flop des Jahres.

Für eine Neuerung sorgte FASS Berlin. Erstmals gab es ein Sonderheft zur Regionalliga Ost, an dem zunächst allerdings auch nicht alle Teams mitarbeiten wollten. Das wurde aber zum Glück geklärt und nicht nur weil auch das Projekt www.noppe-ist-schuld.de an diesem Projekt mitarbeiten durfte, war dies eine tolle Sache. Und nicht nur wegen der Mitarbeit war dieses Heft richtig gut gelungen.

Nach dem Rückzug aus der Oberliga begann für FASS Berlin ein Neuanfang. Es stand eine für diese Liga durchaus beachtliche Summe zur Verfügung und so konnten einige interessante Spieler verpflichtet werden. Hilfreich war für die Weddinger auch der Umbruch beim ECC. Dazu kamen einige Spieler aus dem Oberligakader und natürlich, dass sich ein Urgestein der neuen ersten Mannschaft anschloss. Namen wie Lucien Aicher, Patrick Czajka, Nico Jentzsch, Dennis Merk, oder Nils Watzke klingen eben immer noch gut. Dazu kamen natürlich noch zahlreiche andere Spieler. Allerdings merkte man schnell, dass es eine Schwachstelle gab, nämlich die Abwehr. Hier wurde zwar noch nachgebessert, es blieb aber eine Schwachstelle. Dennoch konnte nach der Vorrunde mit 51 Punkten ein guter 3. Platz belegt werden.

Anders lief der Sommer beim EHC Berlin Blues. Es schien, als sei nach einem Jahr eine neue Kontokarte eingetroffen und so wurde wieder eingekauft. Auch hier profitierte man vom ECC, der ja keine Regionalligatruppe mehr stellte. Und so wechselten zahlreiche Spieler aus der Oberliga und der Regionalliga im PO 9 die Kabine. Mit dem Kanadier Geordie Wudrick wurde zudem ein Top-Stürmer verpflichtet Patrick Hoffmann und Jan Schmidt kamen vom Oberligateam des ECC. Natürlich gab es noch einiges mehr an Neuzugängen, es gab ja beim ECC genug Auswahl. Es dauert natürlich, aus einem riesigen Haufen Neuzugänge eine Mannschaft zu formen. Trotzdem spielten die Blues über die gesamte Vorrunde oben mit und belegten am Ende den 4. Platz. 44 Punkte holten die Blues in der Vorrunde.

Der ESC 07 Berlin blieb seinem Konzept treu, allerdings bestand auch kaum eine Möglichkeit, etwas zu ändern. Der Verein finanzierte sich weiterhin aus Kleinsponsoren und vor allem aus Beiträgen. Neuzugänge sind da nur schwer zu bekommen. Ein paar gab es dennoch und diese taten dem Team auch gut. Allerdings auch nur, wenn sie zur Verfügung standen. Denn früh verletzten sich zahlreiche Spieler und manch einer tauchte zusätzlich nicht auf. Die neue Kooperation mit der DNL2 vom ECC Preussen Berlin war da auch nur bedingt hilfreich, denn diese hatten ja ebenfalls ihre Spiele zu bestreiten. Bei einigen Spielern stellte sich allerdings auch die Frage wo sie sich eigentlich während der Saison rumgetrieben haben. Bei Training oder Spielen des Clubs jedenfalls recht selten… So wurde fast die gesamte Saison nur mit einem Minikader gespielt, der zusätzlich noch durch Spieler aus der Landesliga aufgefüllt werden musste. Dann gingen auch noch die eigentlich machbaren Spiele in die Hose und das Team landete am Tabellenende. Am Ende war es der 8. Platz mit 12 Punkten aus dem 24 Spielen. Neun der zwölf Punkte wurden übrigens auswärts geholt, die anderen drei Punkte stammen aus einer Wertung. Es gelang dem Club nicht, in den elf ausgetragenen Heimspielen einen Punkt zu holen.

Es folgten Play Offs und auch die liefen nicht wie geplant. Am 4. März sollte die Vorrunde enden, es wurde der 10. März. Die Berliner Teams trafen im Halbfinale auf Tornado Niesky und die Schönheider Wölfe. Die Play Offs waren eine ganz kurze Nummer für Berlins Vereine, beide Teams schieden in zwei Spielen aus. Meister wurde Tornado Niesky und überraschenderweise gab es bereits nach dem 2. Finale den Meisterpokal.

Die Aufwertung der Regio, die es im Sommer durchaus gab, war schnell wieder verbraucht. Denn was folgten waren Diskussionen um Modus, Ligenleitung, Ligenmanager, Spielplan, Anzahl der Spiele, Verzahnung mit dem Norden, Spiele, Spieler, Spielabsagen, Wertungen, zusätzliche Beschäftigungspokalrunde – diese Diskussionen zogen sich durch die gesamte Saison. So lösten sich die durchaus positiven Ansätze aus der Vorbereitung schnell in Luft auf und sorgten für Nebenschauplätze, die dem Projekt der Ligaaufwertung eher abträglich war. Aber warum sollte es in dieser Regionalliga auch anders sein als in anderen Ligen.

Die ersten Planungen für die neue Saison wurden bereits im Ende Februar bekanntgegeben und schon da war klar, es wird äußerst interessant werden, welche Teams aus den Regionalligen Nord und Ost kommende Saison am Spielbetrieb teilnehmen werden. Schließlich drohen Schülern, Studenten, Berufstätigen und Rentnern ab Januar lange Busfahrten. Dies ist bei den Planungen unbedingt zu beachten. Nicht dass es passieren kann, von der Küste ins Erzgebirge fahren zu müssen. Die können sich ja dann in der Mitte treffen, oder so… Und noch eines sei angemerkt. Der Spielplan mag eventuell nicht ganz ausgewogen gewesen sein, aber sich über Doppelwochenenden am Samstag und Sonntag aufzuregen, ist schon eigenartig. Ist so etwas doch in dieser Liga ein normaler Zustand. Und wenn Vereine statt wie geplant Mitte September erst einen Monat später in den Spielbetrieb einsteigen wollen, bleibt den Planern ja gar nichts anderes übrig, als Doppelwochenenden anzusetzen.

Den Flop der Saison lieferten die Regionalligen Nord und Ost gemeinsam. Es wurde eine Pokalrunde ins Leben gerufen, weil einigen Vereinen 24 Saisonspiele plus Testspiele und Play Offs nicht genug waren. Interessant war hier das Teilnehmerfeld und wer alles im Vorfeld dieser Runde am lautesten geschrien hat. Denn einige Teilnehmer waren immer vehement gegen einen zu umfangreichen Spielbetrieb und wollten nun mehr Spiele. Man nahm sogar weitere Reisewege in Kauf. Schon beim Teilnehmerfeld gab es immer wieder Probleme und Wechsel. Am Ende spielten 13 Teams in vier Gruppen diese Beschäftigungsrunde und die Gruppenersten qualifizierten sich für Play Offs. Die Gruppen schienen eher nach Stärke eingeteilt zu sein, nahmen doch Teams aus drei Regionalligen und unterklassige Ligen wie die Ostseeliga, oder die Verbandsliga Ost.. Aus Berlin nahmen FASS Berlin und die Berlin Blues an dieser Runde teil. FASS scheiterte in der Vorrunde an Tornado Niesky, die Blues kamen ins Halbfinale und trafen auf Niesky. Wobei das auch nur bedingt stimmt, so richtig trafen beide in einer Pokalrunde nur in einem Spiel aufeinander. Das letzte Vorrundenspiel zwischen beiden Teams im Niesky wurde für die Regionalliga und den Pokal gewertet. Für das Rückspiel dieses inoffiziellen Spielbetriebs wurde in Berlin ein durchaus wichtiges Spiel der Landesliga Berlin, einer offiziellen DEB-Liga, einfach auf unbestimmte Zeit verschoben, konnte am Ende aber wenigstens doch noch ausgetragen werden. Das 2. Halbfinale wurde auch nicht komplett ausgetragen, offiziell fanden die Vereine für Rückspiel keinen Termin. So kam Diez-Limburg ins Finale. Pokalsieger wurden am Ende übrigens das Team aus der Regionalliga West.

Und da wir schon bei inoffiziellen Wettbewerben sind: Die Berliner Regionalligameisterschaft holten sich die Berlin Blues, die 14 von 18 möglichen Punkten holten, vor FASS Berlin mit 13 Punkten. Dem Club gelang es nicht, in den Derbys zu punkten.

Gerüchten zu Folge soll den Vereinen die Durchführungsbestimmungen in diesem Sommer als Blankoheft zugesandt werden und jeder darf sich dann seine eigenen basteln. Offiziell bestätigt wurde das aber bisher nicht. Es gibt aber Entscheidungen zur neuen Saison, die jedoch aber an dieser Stelle nicht verraten. Dafür gibt es ja das Sommerlochgeflüster…

HINWEIS: Für alle Folgen dieser kleinen Serie gilt: Alle vorliegenden Informationen zur neuen Saison gibt es als Zusammenfassung in der ersten Ausgabe des Sommerlochgeflüsters.

In der nächsten Folge: Kaum beachtet, aber auch dabei